Offizieller Lotus Service- und Ersatzteilpartner

Wenn einer eine Reise tut...

Montag, 02 Juli 2018 10:37

... dann kann er was erzählen.

Monza ist einfach verrückt! Da erleben wir in drei Tagen mehr, als andere Leute im ganzen Jahr...

Vorneweg: Bruno ist Gesamt-Dritter geworden (über beide Rennen und das ganze Wochenende), dies obwohl er im Rennen vom Samstag 4. und in jenem vom Sonntag 5. wurde. Beide Male ist er als erster Lotus-Pilot durchs Ziel gefahren. Beide mal lieferte er sich ein spannendes Rennen mit Tommaso Gelmini und gewann beide Zweikämpfe. Mehr lag trotz extremer Anstrengung nicht drin, die Brabham und Lolas sind einfach noch einen Tick schneller. Ganz abgesehen von Pierre Tonetti, der speziell in Monza, eine Klasse für sich ist.

Nun aber noch zum Rest des Wochenendes: zwanzig Minuten nach Aufbruch in Monza roch es plötzlich hinter unserem Wohnmobil. Ein Anhalten auf der Schnellstrasse war nicht möglich, bis zur nächsten Ausfahrt war der Anhängerpneu bereits komplett zerfetzt und wir schachmatt. Nachdem wir alle Personen, die einen Ersatzrad in derselben Dimension haben könnten erfolglos kontaktiert hatten, riefen wir dem ACS-Pannendienst an. Der uns innerhalb von 30 Minuten jemanden schickte. Als der Pannenhelfer den Anhänger und die Reifendimension sah, verwarf er - ganz in italienischer Manier - die Hände und meine: keine Chance! So eine Dimension Reifen sei vor Montag Abend nicht auftreibbar. 

Mit seinem “Segen“ entschieden wir uns, irgendwie in die Schweiz zu tuckern, um wenigstens in heimischen Landen zu sein. Ganze fünf Stunden und zwei Zwischenfälle später, standen wir endlich am Zoll in Chiasso. Kantonsstrasse wohlverstanden, nicht am grossen Autobahnzoll. Bibbernd, daumendrückend und  völlig verschwitzt warteten wir auf Bruno, der im Zollhäuschen seine Stempel für das Carnet abholte und hoffte, dass kein Zöllner aus Langeweile die Blache des Anhängers anheben möge...

Endlich in der Schweiz galt es, noch bis Agno “durchzuhalten“, wo unser Freund, Marco Poltera von Promocar seine Firma hat. Er hatte Bruno geraten, er solle über den Zaun klettern und schauen, ob das Reserverad seines Anhängers an unseren passen würde. Dimension stimmte, Lochkreis nicht. Wohl nicht unser Tag heute ;-) Gut, Gotthard war irgendwie auch kein Thema mehr, womit wir uns entschieden, bei Marco vor der Firma zu parken und uns ein paar Stunden aufs Ohr zu hauen.

Beim „Bettmümpfeli-Bier“ um 00:30 wurden wir noch in CSI-manier von atemlosen Polizisten kontrolliert, die einen Dieb suchten. Zum Glück fiel es uns erst heute Morgen früh wie Schuppen von den Augen; dass Bruno mit seinem „Zaunüberstieg„ möglicherweise der Auslöser des Einsatzes war. Mann, mann, mann!

Die Mechaniker in Marco‘s Garage haben inzwischen den Reifen des Ersatzrades auf unsere Anhängerfelge gezogen, so dass wir für die Fahrt durch den Gotthardtunnel bereit sind. Zuerst schauen wir uns jetzt mit den Jungs aber noch Swissminiatur an. Ein bisschen Spass muss sein.